Der Blick auf das ADAC Service Center in Athen © ADAC Service Hellas Single Member S.A.
Hallo zusammen,
ich bin Sarah, Auszubildende im 3. Ausbildungsjahr zur „Kauffrau für Dialogmarketing“ und heute möchte ich euch von meinem Auslandspraktikum in der Auslandsnotrufstation (ANS) des ADAC in Athen, Griechenland berichten.
Die Möglichkeit für dieses Praktikum habe ich erhalten, da ich in den ersten beiden Berufsschuljahren einen Notendurchschnitt von mindestens 2,0 erreicht habe – eine Voraussetzung unseres Unternehmens, um am Erasmus+-Programm teilzunehmen. Die ADAC Dienstleistungs-Center GmbH bietet gemeinsam mit Erasmus+ verschiedene Reiseorte und Partnerunternehmen an, bei denen Auszubildende ihr Auslandspraktikum absolvieren können.
Während der Vorbereitungsphase kam mein Ausbildungskoordinator auf mich zu und schlug vor, dass ein Einsatz in einer Auslandsnotrufstation für mich besonders sinnvoll wäre. Die Idee hat mich sofort begeistert: Durch meine tägliche Arbeit im Bereich Notruf Mitglieder hatte ich bereits Berührungspunkte mit den Aufgaben einer ANS, und gleichzeitig reizte mich der Gedanke, ein anderes Unternehmen des ADAC – und das auch noch im Ausland – kennenzulernen.
Um euch einen besseren Überblick zu verschaffen, gehe ich im Anschluss vereinzelt auf einige Fragen ein:
Wie war die Arbeitsstelle?
Das Büro der ANS liegt sehr zentral und war leicht zu finden – direkt neben einer Bushaltestelle. Zwar befindet es sich an einer Hauptstraße, wodurch es draußen manchmal etwas lauter war, aber im Büro selbst hat man davon kaum etwas gemerkt, wenn das Fenster geschlossen war. Die Räumlichkeiten sind, ähnlich wie bei der ADAC Dienstleistungs-Center GmbH, auf mehrere Etagen verteilt.
Wie sind die Bereiche aufgebaut?
Die Struktur der ANS ähnelt der unseres Unternehmens: Die Abteilungen sind auf mehrere Etagen verteilt, und organisatorische sowie administrative Aufgaben sind klar voneinander getrennt. Die Mitarbeitenden sitzen je nach Bereich ebenfalls auf unterschiedlichen Etagen.
Spannend fand ich, dass die Mitarbeitenden sogenannte „Multi-Skiller“ sind – sie können also mehrere voneinander abweichende Tätigkeiten (wie bspw. den Ambulanzdienst und den KFZ-Auslandsnotruf) übernehmen und werden je nach Saison flexibel eingesetzt, da das Call-Volumen stark schwankt. Auch die Supervisoren (vergleichbar mit unseren Coaches) unterstützen je nach Saison aktiv im Telefongeschäft, um sicherzustellen, dass möglichst viele Mitglieder schnell betreut werden können.
Wie waren die Kolleginnen und Kollegen vor Ort?
Schon am ersten Tag wurde ich unglaublich herzlich empfangen. Die Atmosphäre war offen, freundlich und geprägt von flachen Hierarchien. Jede Abteilung nahm sich viel Zeit, mir ihre Aufgaben zu erklären. Fast überall gab es sogar eigene PowerPoint-Präsentationen, die mir vorgestellt wurden, damit ich die Abläufe und Verantwortlichkeiten besser verstehen konnte. Die Kolleginnen und Kollegen waren jederzeit hilfsbereit und beantworteten geduldig all meine Fragen.
Welche Erfahrungen habe ich gesammelt?
Ich habe ausschließlich positive Erfahrungen gemacht – sowohl beruflich als auch privat. Schon vor meiner Ankunft wurde für mich eine detaillierte Agenda erstellt, in der festgelegt war, wann ich in welcher Abteilung hospitiere.
Besonders spannend war das Zuhören beim Ambulanzdienst und KFZ-Auslandsnotruf. Aus Datenschutzgründen durfte ich nur den Mitarbeitenden hören, nicht das Mitglied selbst, aber das hat vollkommen gereicht, um einen realistischen Einblick in die Arbeit zu bekommen. Ich konnte viele Fragen stellen und habe viel über die Bearbeitung von Notrufen im Ausland gelernt.
Die ANS verfügt außerdem über Bereiche, die wir bei der ADAC Dienstleistungs-Center GmbH nicht haben – zum Beispiel das Cost-Containment-Team (in diesem Bereich werden Fälle bearbeitet, die als „potenziell teure Fälle“ gekennzeichnet sind), Mitglieder-Care (die Kollegen vom Mitglieder-Care kümmern sich um Kundenbeschwerden) oder das Netzwerk-Team (hier wird dafür gesorgt, dass die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern reibungslos funktioniert. Die Kollegen prüfen Abläufe und Qualitätsstandards). Dadurch konnte ich meinen Horizont erweitern und neue Zusammenhänge verstehen.
Auch persönlich hat mich die Reise weitergebracht: Ich bin allein in ein mir unbekanntes Land gereist, dessen Sprache ich nicht spreche. Das hat mir viel Selbstvertrauen und Mut gegeben. Zum Glück konnte jeder, den ich angesprochen habe, Englisch, sodass die Kommunikation problemlos funktionierte. Nebenbei konnte ich meine Sprachkenntnisse ein wenig verbessern und eine neue Kultur kennenlernen.
Insgesamt war mein Auslandspraktikum in der ANS Athen eine Erfahrung, die mich sowohl fachlich als auch persönlich enorm weitergebracht hat. Ich durfte neue Arbeitsbereiche kennenlernen, wertvolle Einblicke in die internationale Notrufarbeit gewinnen und bin mit mehr Selbstvertrauen zurückgekehrt, als ich vorher hatte. Besonders dankbar bin ich für die vielen offenen Gespräche, die herzlichen Aufnahme im Team und die Chance, über meinen eigenen Standort hinauszublicken. Deshalb möchte ich jedem, der die Möglichkeit zu einem Auslandspraktikum bekommt, ans Herz legen, diese Chance zu nutzen. Lasst euch nicht von Unsicherheiten oder der Angst, allein zu verreisen, aufhalten – genau diese Schritte ins Unbekannte bringen einen oft am weitesten.
Eure Sarah